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Caribbean student

Die deutschsprachige Website fuer alle Studenten in der Karibik!

Mein Hintergrund

Viele Fragen sich, wie kommt man bloß an so einen Praktikumsplatz, in der Karibik, Sonne, Meer, immer schönes Wetter...
Ehrlich gesagt war es bei mir purer Zufall!
Es war natürlich an einem verregneten Werktag an meiner Universität. Nachdem ich wie jeden Tag 16 Stunden gelernt und gearbeitet hatte, war ich gerade auf dem Weg nach Hause, als bei uns im Haupteingang mehrere Infostände aufgebaut waren. Bei denen wurden verschiedene "Minoren" angeboten. Was ein Minor war, wusste ich bis dahin nicht wirklich. Wie ich dann erfahren habe, wird ein Minor bei uns im siebten Semester angeboten, um für ein halbes Jahr etwas Anderes zu studieren, was nicht direkt mit dem eigenen Studium zutun hat.
Nun gut, so stand ich da auf dem "Minormarkt". Überall wurde man angequatscht ob man sich nicht für deren Minor interessieren würde... Staudämme untersuchen, Roboter bauen, Tulpen züchten...nun ja, es war nicht wirklich etwas Sinnvolles für mich dabei.
Also hab ich mich schon zum Ausgang begeben, als noch ein Freund von mir, mir zurief, dass ein Minor in der Karibik angeboten wird. "International Business Management and Organisation" - hörte sich schon mal ganz cool an und dann noch auf Curacao! Ehrlich gesagt hatte ich nicht damit gerechnet, dass wir eine überhaupt eine Chance haben, da sich theoretisch knapp 2000 Studenten auf diesen Minor hätten bewerben können. Am Ende waren es lediglich 13... das verstehe ich heute immer noch nicht.
Abgesehen, dass der Minor auf Curacao angeboten wird, bietet er auch noch inhaltlich sehr viel. So arbeitet man 4 Tage in der Woche in einem für sich passenden Unternehmen, um die Kultur, Arbeitsweise kennen zu lernen.
Einmal pro Woche hat man dann noch Workshops/ Vorlesungen (Klausuren) an der University of the Dutch Carribbean, kurz UDC.

Ankunft

Im August war es endlich für mich soweit, es ging los nach Curacao. Ab in die Karibik! .. Sonne, Strand und Cocktails!
Mit der Fluggesellschaft KLM habe ich mich mit 5 anderen Teilnehmern von Amsterdflugzeug
KLM kann ich nur empfehlen. Fliegt nicht mit Martin Air und schon gar nicht mit Arke! Die haben fast immer Verspätung!
am aus aufgemacht nach Curacao. Fast 10 Stunden Flug hatte ich vor mir. Nachdem ich mich in meinen kleinen Sitz gequetscht habe, zwischen zwei komischen Typen mit einer tief ins Gesicht gezogenen Baseballcap, fing ich auch schon an, mein Deo zu vermissen, dass ich bei der Kontrolle abgeben musste, es hätte ja eine Bombe sein können. Als wir dann endlich in der Luft waren, verging die Zeit recht schnell und ich machte meine erste Bekanntschaft mit einem Antillianer. Der Typ mit der Baseballcap und den zahlreichen Tätowierungen stellte sich als sehr offen und freundlich heraus und klärte mich direkt über die nächsten Partys auf Curacao auf. Nach der Landung kam die große Enttäuschung, für den ersten Augenblick. Als wir ausstiegen aus dem Flugzeug war es so schwül, als hätte Jemand gerade bei 60 Grad geduscht. Dazu war es bewölkt und es regnete. So hatte ich mir das wirklich nicht vorgestellt. Wo war die Sonne, die Palmen?? ..nur das Meer war direkt neben der Landebahn.
Nach dem Landen hatten wir erst noch Probleme mit dem Visum, da wir ein Arbeitsvisum haben, aber bis dahin noch kein Arbeitsvertrag hatten. Aber in Curacao lässt sich so etwas regeln. Genauso, wie die Gepäck-Kontrolle. Die ersten 20 Passagiere wurden kontrolliert danach hatten die keine Lust mehr und die restlichen 200 Leute worden ohne jegliche Kontrolle durchgelassen.
Unser Dozent hat uns im Gewitter und Regen vom Flughafen abgeholt. Geschockt machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft in Boka Sami. Unterwegs wunderte ich mich schon. gibt es keine Beleuchtung auf Curacao? Es war der Strom ausgefallen. So betraten wir unser Haus im Dunkel. Das ist also Curacao.

Die ersten Tage

Am ersten Tag war die Enttäuschung wieder in weite Ferne gerückt. Wir, eine Gruppe von 6 Mädels, ein Freund von mir und natürlich ich selbst wohnten nur 50 Meter vom nächsten wunderschönen Strand entfkaffee
Morgen erst einmal einen Kaffee bei der Octopus Bar
ernt. Dazu gab es noch eine Strandbar/ Restaurant, indem man um Punkt 18.30 jeden Tag zum Sonnenuntergang zu Abendessen konnte. So habe ich mir das Leben hier vorstellt! Es war so unglaublich heiß, dass wir den ganzen Tag vorm Ventilator saßen, da wir keine Klimaanlage besaßen... In der Sonne hält man es überhaupt nicht aus... Jeder von uns hatte direkt einen Sonnenbrand, obwohl wir nie länger als ne Stunde in der Sonne waren.
Unser Haus war zwar ganz schön, aber rundherum war eine halbe Baustelle, bei der ab und zu gearbeitet wurde. Je nach Lust und Laune oder wenn das Geld zu Ende war.
Dazu liefen manchmal Hühner, Leguane, Hunde und sogar Ziegen auf unserem Grundstück herum. Das sah schoerste_tage2
Unserer Strand vor der Haustür: St. Michiel, mit der Octupos Bar
n sehr komisch aus. Das Wasser am Strand war kristallklar und beim schwimmen sah man überall kleine Fischschwärme, so viele Fische hab ich noch nirgendwo gesehen. Das Wasser ist genau richtig, 28°, das ganze Jahr über.

Die Leute auf Curacao sind sehr nett und immer höflich. In Boka Sami waren wir fast die einzigen Ausländer in der Gegend und wurden von Jedem freundlich gegrüßt. Vorbei fahrende Autos hupten, aber das lag vielleicht auch an meinen Mitbewohnerinnen.

Die Mentalität ist eine komplett andere als bei uns. Das Motto lautet „poko poko“ (langsam) und „het komt alles goed“. Endlich hat mich Jemand verstanden!
An Termine braucht man sich nur bedingt halten.. man lebt wie es kommt. Unser Vermieter (Angelo) war Polizist, der sich gleichzeitig um unser Wohl gekümmert hat. Auch dieser war kein gewöhnlicher Polizist. Er trug immer seine Waffe bei sich, obwohl er seit Wochen krankgeschrieben war (so dass er sich um uns kümmern konnte) und fuhr auch noch Auto nach 6 Bier und einem Wein. Auf Curacao gilt übrigens die Regel, wenn man den Schlüssel noch aufheben kann, ist man auch noch fähig Auto zu fahren. Autofahren macht echt Spaß! Die Straßen gehen rauf und runter, ich glaube, auf Curacao ist nichts wirklich geplant und man baut die Strassen, wie es gerade so kommt. So kommt es Einem auf jeden Fall vor.

Die ersten Tage waren einfach toll. Ein Strand hat den Anderen übertroffen. Wir haben wirklich die Karibik so erlebt, wie man sie aus den Medien kennt, mit Cocktails am Strand und Alles, was dazu gehört. Meine Befürchtungen, dass Curacao eine Massentourismus Insel ist, haben sich Gott sei Dank nicht bestätigt. Die Strände sind relativ (abhängig natürlich vom Strand) leer und man trifft auch viele Antillianer.

Der erste Monat

Wir hatten das große Glück, dass wir ein gutes Verhältnis zu unserem Vermieter, Angelo hatten. Angelo, ein echter Antillianer und etwas durchgedreht, hat uns das echte Inselleben gezeigt. Im Gegensatzerste_monat1
Fischer beim St. Michiel Bay
zu dem Leben im europäischen Raum, steht hier die Freizeit im Vordergrund. Auf Curacao wird viel gefeiert, mit der Familie, mit Freunden oder wer gerade in der Nähe ist.
So hat uns Angelo oft auf lokale Festen mitgenommen, wo keine Touristen etc. waren. Nachdem wir uns erst einmal daran gewöhnen mussten, die einzigen Weißen auf dem Fest zu sein, war es sehr lustig. Die Menschen waren sehr aufgeschlossen und freundlich gegenüber uns. So haben wir unsere ersten Bekanntschaften mit Einheimischen geschlossen.

Arbeiten - oder so ähnlich

Nach einer Woche fing dann mein Praktikum an, bei einem Tour Operator. Ich hatte wirklich keine Ahnung, was ich dort erwarten sollte. Ein Wirtschaftsinformatik-Student bei einem Tour Operator, die Jeeboot
Kleines Fischerboot in der St. Michiel Bucht
p Tours etc. organisieren? Es hat sich schnell herausgestellt, dass dieses Unternehmen ihre Buchungsprozesse automatisiert haben wollten. D.h. dass alle Kunden nicht nur telefonisch, sondern auch per Internet die Tours etc. buchen können. Leider arbeiten in meiner Firma ausschließlich Niederländer, so konnte ich das wahre Arbeiten auf Curacao so nicht erleben. Spürbar wurde es dann, sobald etwas kaputt war. Dann herrschte oft großes Chaos bis dieses Problem behoben wurde. Was man in dieser Situation macht? Zurücklehnen und abwarten. "Komt wel goed".
Ein typisches Beispiel war: Ein Computer hat Softwareprobleme. Schnell hatten wir den PC- Service gerufen um Windows neu zu installieren. Mit 2 stuendiger Verspaetung kam dann auch Jemand, jedoch ohne CD's etc. Also hat er sich 5 Minuten den Rechner angeschaut um dann festzustellen, dass er zurueck ins Buero muss, um die noetigen CD's zu holen. Zurueck mit den passenden CD's kam er erst am naechsten Tag. So ist das nun mal auf Curacao.

Die taeglichen Probleme

In einem fremden Land sind oft ganz einfache Dinge, eine große Herausforderung...

Alle Wege führen nach Curacao, oder auch nicht.

Seit Monaten hatte sich ein Mädel aus unserer Minorgruppe auf ihren Freund gefreut.
Dann sollte es eigentlich soweit sein. Mit voller Wiedersehensfreude fuhr Sie zum Flughafen um ihren Freund abzuholen. Minuten vergingen…, Stunden…. Kein Freund in Sicht. Was war passiert?
Der Flug von Amsterdam nach Curacao hatte einen (geplanten) Zwischenstopp in Venezuela. Hätte das bloß auch ihr Freund gewusst. Du kannst es Dir wahrscheinlich denken, ja, er ist in Venezuela ausgestiegen. Ich weiß nicht, wie es passieren konnte, schließlich sieht Venezuela etwas größer aus, als Curacao und es wird auch sicher tausendmal durchgesagt.
Selbst auf dem Flughafen hat er es noch nicht bemerkt.
Irgendwann hat er es dann doch bemerkt, spätestens als sein Gepäck weiter nach Curacao geflogen war. So ‘n Pech…
Was macht man in so einen Augenblick? Natürlich, erst einmal seine Freundin anrufen und beruhigen: „Hi Schatz. Ich hab ein großes Problem. Ich bin in Venezuela und …“, da war schon sein Geld weg. Beruhigt nach diesem Anruf war seine Freundin nun wirklich nicht.
Ohne Gepäck fuhr er erst einmal ins nächste Hotel um am nächsten Tag einen neuen Flug nach Curacao zu buchen.
Ein paar Tage später ist er dann doch noch angekommen, sogar lebend.
Also, falls Du nach Curacao fliegen solltest, bitte nicht in Venezuela aussteigen!!

Der Frisör

Innerhalb eines halben Jahres muss man ja dann doch auch mal zum Frisör.
Zusammen mit 4 Freunden sind wir zu einem angeblich "niederländischen" Frisör gefahren.
Als wir aber den "Kapper" betraten, haben wir sehr schnell gemerkt, dass es wohl doch eher ein einheimischer Frisör ist.
Das darfst Du natürlich nicht falsch verstehen! Wir wollten eher zu einem niederländischen Frisör, da die Antillianer nur kurze Haare oder Raster haben.
Und da waren wir uns nicht ganz so sicher, ob der Frisör überhaupt mit einer Schere umgehen kann.
Nun ja, da standen wir 4 Weißen in diesem Salon und wurden von allen mit großen Augen angestarrt, vor allem ich mit meinem halben Afro.
Wir passten zu 100% nicht hierhin, nur was tun? Mit der hervorragenden Ausrede, wir möchten doch lieber von einer Frau die Haare geschnitten bekommen, haben wir schnell den Laden wieder verlassen.
Weiter ging es nach Punda. Leider war an diesem Tag die Stadt brechendvoll.
Der Frisör war somit auch überfüllt. Dieser war zudem auch kein niederländischer, aber er meinte, ein Mitarbeiter von ihm hätte schon einmal 'Makambas' die Haare geschnitten und kenn sich mit längeren Haaren aus.
Nach gefühlten 3 Stunden war ich dann an der Reihe. 2 von uns waren schon vor mir dran und sahen schon aus, wie zwei Schüler, die gerade die 8 Klasse besuchen.
Weg rennen konnte ich jetzt auch nicht mehr. Also habe ich mich auf dem Plastikstuhl gesetzt, auf dem noch die Haare von dem letzten Kunden klebten und gewartet. Der Frisör (ungefähr mein Alter) hat sich erst einmal kaputt gelacht über meine Haare und einen Kollegen herbeigerufen.
Nachdem wir also ne Runde gelacht haben, ging es los. Nach ein paar Anweisungen klappte es auch ganz gut.
Natürlich wurde es viel zu kurz aber es wächst ja auch wieder nach. Außerdem musste ich dann nicht noch einmal zum Frisör.

Trip nach Klein Curacao

Klein Curacao oder auch Small Curacao ist eine kleine unbewohnte Insel vor Curacao, die man auf jeden Fall besuchen sollte, wenn man einen länger Aufenthalt auf Curacao hat.
Wir, eine Gruppe von 12 Lklein_curacao1
Kleine Strandhütte auf Klein Curacao mit Hängematte
euten hatten uns ein Speedboot gemietet, für ca. 500 Dollar.
An einem Samstag ging es dann los! Schon die Hinfahrt war eigentlich den Preis schon wert. Entgegen meiner Erwartung war das Boot nagelneu und mit 550 Ps ausgestatten.
Bei der Hinfahrt nach Klein Curacao fährt man in der Regel gegen den Wind, d.h. also man fährt gegen die Wellen an.
Ich hatte wirklich Probleme mit festzuhalten und so mancher hat sich auch schön hingelegt.
Nach knapp einer halben Stunde und ein paar kühlen Bier kamen wir an. Der erste Eindruck war echt beeindruckend, so habe ich mir die Karibik vorgestellt: Ein verlassener weißer Sandstrand, kristallklares türkises Wasser.
Am Strand waren ein paar Holzhütten aklein_curacao2
Schiff auf Klein Curacao
ufgebaut, die Schatten und einen Platz zum Übernachten bieten.
Über den Tag waren wir Schnorcheln, einige von uns Hochseeangeln, oder einfach am sonnen.
Klein Curacao bietet Eines der besten Tauchgebiete von Curacao. Hier trifft man oft auf Schildkröten und dergleichen.
Abends haben wir dann schön am Strand gegrillt und den Tag ausklingen lassen.
Mit der Dunkelheit haben wir dann auch zu spüren bekommen, warum die Niederländischen Antillen "unter den Winden" heißt.
Es wurde zum ersten Mal während meiner Zeit auf Curacao kalt! Ich, allein ausgestattet mit einem Handtusch, kurzer Hose und T-Shirt, was bisher vollkommen ausgereicht hatte, fror wie sonst was.
Zittern und zugeschüttet von Sand versuchte ich die Augen zu zumachen.
Tatsächlich habe ich dann doch ganze 30 Minuten geschlafen und am nächsten Morgen es war immer noch kalt.
So ging ich schnell ins Wasser, da dies immer noch eine Temperatur von ca. 28 Grad hatte und wartete auf die Sonne.
Zu meinem erstaunen waren die Antillianer schon wieder fleißig dabei die letzten Flaschen Rum zu leeren, pur, um 10 Uhr morgens.
Gegen Mittag haben wir uns dann auch wieder auf die Heimreise begeben, diesmal mit dem Wind.
So konnten wir auch mal testen, wie schnell das Boot überhaupt fährt.. und es fuhr ziemlich schnell!
Resultat: Die Reise nach Klein Curacao sollte man wirklich nicht verpassen, aber romantisch am Strand schlafen stell ich mir doch etwas anders vor!

Alltag in der Karibik

In der Freizeit wurde weiterhin viel gefeiert. Doch nach 2 Monaten gewöhnt man sich so langsam an das Insel leben. Strände empfand ich natürlich immer noch als schön aber ich musste nicht mehr jeden Tag zum Strand. Für viele zuhause hörte sich das schon etwas komisch an, da sie in Deutschland/ Niederlanden 12 Grad mit Regen hatten. Besonders nachts hat man schon manchmal die Kälte vermisst. Bei ca. 26 Grad lässt es sich nicht so gut schlafen, schon gar nicht ohne Klimaanlage oder Ventilator. Aber man gewöhnt sich auch hieran.

Im ersten Monat wurden bei unserem Mietwagen die Reifen geklaut, also mussten wir jeden Morgen mit dem Bus zur Arbeit. Das war nicht sehr schön. Mitten am Tag auf einem Parkplatz am Strand und Keiner hat etwas gesehen…. Leider war unser zweiter Mietwagen auch schnell kaputt... Das Auto fing nach 10 km an zu dampfen.

Eines Tages war ich zusammen mit einem Freunalltag2
BBQ Party bei uns
d zufällig bei einem Bekannten auf dem Familienfest gewesen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viele Leute auf so einem Familienfest sind…Leider sprach Niemand Englisch oder Niederländisch sondern nur Papiamentu bzw. Spanisch, aber der Onkel 5. Grades dessen Cousine von dem Cousin von unserem Bekannten hat mir mit einem Lächeln ein Bier in die Hand gedrückt.. ich denke, dass versteht man auf der ganzen Welt.
Nachdem ich minutenlang alle angegrinst habe und ich mit meinem Papiamentu am Ende war (Bon tardi, kon ta bai? Hopi bon, masha danki! Ayo!), sind wir aber auch wieder schnell gefahren.
Das war schon ziemlich heftig in was für einer Bruchbude die gelebt haben und vor allem wie viele!
Aber sie waren glücklich! – oder gute Schauspieler…

Von unserem Haus aus haben wir eine kleine Party gegeben, zusammen mit Antillianern, Amerikanern, Niederländern und natürlich ich!
Es war schon sehr lustig zu sehen, wie groß doch der kulturelle Unterschied ist!
Zwischen elf- zwölf Uhr kam auf einmal Jemanden mit riesigen Boxen an, die wir draußen aufgebaut haben. (Ruhestörung gibt es hier scheinbar nicht!) Die Antillianer fingen direkt an zu tanzen und wie! Auf einer Art und Weise, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lachen…
Die Niederländer versuchten ihr Bestes, haben aber kläglich versagt! Die Amerikaner beobachteten es cool mit genügend Abstand.
Ich hingegen habe es natürlich versucht, bis mir eine Mitbewohnerin sagte, dass ich nicht tanzen könnte… (hab ich schon öfters gehört). Naja, da habe ich mich lieber wieder dem BBQ zugewendet. Später sind wir dann noch ne Runde im Meer schwimmen gegangen.

Irgendwann haben wir dann auch die fantastische Bar Ay Caramba für uns entdeckt!
Der Laden war für Amerikaner gemacht: Football, Baseball und rote Plastikbecher.
Es dauert nicht lang, da kam auch schon der Erste auf uns zu.
Als der Amerikaner (US Navi) frage „Where are you from“ und Kai (Ein deutscher Mitbewohner von mir) selbstsicher antwortete „Whiskey Cola“ und dann noch der Amerikaner verdutzt fragt „Are you British?“ da war mir eins klar… hier wird jede Menge Alkohol ausgeschenkt!
Natürlich haben wir ihn erst einmal aufgeklärt, dass wir aus Old- Germany kommen. Vielleicht hätten wir uns doch als Niederländer ausgeben sollen, denn sofort wurden wir zum Jägermeister trinken aufgefordert!
Naja, es ging um die Ehre: Deutschland gegen die USA!
Natürlich habe ich die Herausforderung angenommen! Hätte ich gewusst, dass die ganze Einheit anwesend war, hätte ich vielleicht mich etwas zurück gehalten.
Der ganze Laden war voll mit US- Navi Menschen und durch den Film „das Beerfest“ wurde man immer wieder herausgefordert… es ging ja um die Ehre! Eine Revanche musste her!
Nach tausend Whiskey Cola hat man sich natürlich über die Bush- Politik unterhalten. Das Ergebnis weiß ich nicht mehr…
Nach 5 Stunden schlaf bin ich wieder Top Fit zur Arbeit gefahren…
Unvorstellbar das ich für rund 160 Euro im Monat überhaupt zur Arbeit gegangen bin, schließlich gibt es in der Karibik schönere Dinge zu tun als zu arbeiten!
So packte mich die Realität wieder und warf mich zurück in den Alltag!

Weihnachten und 30 Grad?

Eigentlich verbindet man Weihnachten immer mit Schnee, Kälte und Glühwein, ich auf jeden Fall. Es wäre schon ein großes Wunder, wenn es in der Karibik schneien sollte. So haben wir vergeblich auf das Wunder gewartet und versucht bei etwas unter 30 Grad etwas Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen. Anders als in Deutschland gibt es hier die Geschenke am 5. Dezember zum Sinta Claas, wie auch in den Niederlanden.
Unsere Studentengruppe hat sich vorher überlegt zu Wichteln und dazu gab es dann noch ein Gedicht für denjenigen.
Abends gab es dann erst einmal deutschen Glühwein, der mir etwas Kreislaufprobleme bereitet hat. Bei so einer Hitze sollte man damit etwas aufpassen!
Anschließend ging es dann zu Octopus, unserem Restaurant direkt am Strand und haben schön gegessen und anschließend gab es die Geschenke.
Es war schon sehr lustig und mal etwas Anderes.
Am 24. Dezember gingen wir zu "The Grillking" essen. Lass Dich nicht von dem Namen taeuschen, das Restaurant ist super! Abends war dann nicht viel los und so war es dann auch am 25.!
Abends waren wir dann wieder essen bei Hook's Hut. Dieses Restaurant kann ich aber nicht unbedingt weiterempfehlen. Aber mehr dazu findest Du unter der Rubrik "Restaurants". Am 26. wird an jeder Ecke gefeiert und Jeder ist unterwegs! Es ist wirklich unglaublich, Menschen feiern einfach auf der Strasse. Grosse Strassen sind einfach dicht und es geht nichts mehr. Das ist wirklich verrueckt.

Silvester! Bon pasku!

Ja, Silvester gab es dann auch noch. Ich musste erst den halben Tag arbeiten und kam gegen 14 Uhr nach Hause. Angelo hat schon auf uns gewartet und hat Kai (mein Mitbewohner) und mich auf ein paar antillianische Festen mitgenommen. Auf Curacao ist es tradition, dass die Geschaefte Freunde und Kunden zum Essen und Trinken einladen. Das erste Geschaeft hat Weihnachtsbaeume, Weihnachtsschmuck etc. verkauft. Ich habe mich kurz mit dem Geschaftsfuehrer unterhalten. Das war ganz interessant. Auf Curacao wachsen natuerlich keine Tannen und so werden alle Weihnachtsbaeume importiert. So bestellt er seine Weihnachtsbaeume schon im Januar fuers naechste Jahr in Kanada.
Er erzaehlte auch, wie er frueher den groessten Baumarkt auf Curacao hatte und wie die Niederlaendischen Ketten Baumaerkte ihn zur Pleite getrieben haben. Nach ein paar Bier und leckeren Snacks ging es dann weiter zu einer Tankstelle, bei der eine Liveband war und schon ordentlich gefeiert wurde. Zu Essen gab es Schweineohren, die aber meiner Meinung nach nicht sehr lecker sind. "Feuerwerk" gab es natuerlich auch. Es wurden Boellerteppiche ausgelegt mit 50.000 Boeller. Diese Teppiche wurden einfach ueber Zweispurige Strasse gelegt und angezuendet. Die vorbeifahrenden Autofahrer hatten dann eben pech und musste warten, bis alles vorbei war. Feiern hat auf Curacao vorrang.
Abends um kurz vor 12 ging es dann zu Rif Fort. Vor dem Rif Fort war eine Buhne aufgebaut inklusive Feuerwerk, dass etwas frueher als 12 Uhr los ging, aber man nimmt die Zeit auf Curacao nicht so genau. So hiess es "Bon pasku" um kurz vor 12. Danach ging es ins Rif Fort. Dies war leider nicht gerade besonders, da dort nur Niederlaender waren und somit genauso wie in Deutschland gefeiert wurde.nach oben